Alter-Bahnhof-Attendorn

Von einem Frequenzbringer sprechen wir eigentlich nur in Bezug auf den Einzelhandel. Gemeint ist ein Publikumsmagnet, der mehr Leute in die Stadt zieht. Der Bahnhof kann auch ein Frequenzbringer für Attendorn sein, und zwar in kultureller Hinsicht.

Auch nach Ladenschluss muss noch etwas los sein in Attendorn. Die gastronomischen Angebote in der Innenstadt sind in den letzten Jahren eher zurückgegangen. Die Stadthalle bietet zwar ein tolles Programm an. Aber sie ist für viele Veranstaltungsformate zu groß und zu weit abgelegen. Der Bahnhof kann diese Lücke füllen. Wenn dort oft etwas los ist, dann wird das auch auf die bestehende Gastronomie in Attendorn einen positiven Effekt haben.

Der Verein Bürgerhaus Alter Bahnhof hat dazu ein unterstützenswertes Konzept ausgearbeitet. Ein vielfältiges Programm, das kulturell ein echter Mehrwert für Attendorn wäre: Kleine Konzerte, Kinovorführungen, Theater, Kabarett usw. Dazu könnte ein Bürgerhaus im Bahnhof gleichzeitig Begegnungs- und Tagungsstätte werden. Genau solche Angebote fehlen in Attendorn.

Leider ist das Projekt nach Jahren noch immer nicht endgültig beschlossen, geschweige denn umgesetzt. Man hat das Gefühl, dass der Bürgermeister eher bremst als anschiebt. Das ist schade. Die zu Ende gehende Regionale wäre eine Chance gewesen, bevorzugt an Fördergelder des Landes zu bekommen. Der Weg zu einer fünfzigprozentigen Landesförderung für den Umbau des Bahnhofes wird ohne Regionale länger.

Ich habe Verständnis dafür, dass man jeden Pfennig zweimal umdreht, bevor man ihn ausgibt. Auch sinnvolle Projekte rechtfertigen nicht Ausgaben in jeglicher Höhe. Auch das Bürgerhaus im Bahnhof braucht ein vernünftiges Kosten-Nutzen-Verhältnis. Aber man muss auch wissen, was einem das kulturelle Angebot wert ist. Und wer die Maßnahmen, die im Innenstadtentwicklungskonzept vorgesehen sind, finanzieren kann, kann auch ein Bürgerhaus im Bahnhof finanzieren.

Als Bürgermeister möchte ich mich an der Spitze der Stadt für den Erfolg dieses Projektes stark machen. Ich möchte dafür sorgen, dass die Stadt und die Verwaltung an einem Strang ziehen – und zwar in dieselbe Richtung. Wir müssen uns nämlich in Attendorn beeilen, mehr Angebote in Freizeit und Kultur zu bieten, damit unsere Jungen gerne hier bleiben und Neuzugezogene sich hier schnell wohlfühlen. Das wird angesichts des Fachkräftemangels immer wichtiger und eine Zukunftsfrage für unsere Stadt. Insofern kann man den Bürgern, die sich ehrenamtlich für das Bürgerhaus engagieren, nur dankbar sein.

(Bild: attendorn-geschichten.de)

Anderen empfehlen: