k-Voss-Häuser

Bei meinen Hausbesuchen habe ich es wieder zu spüren bekommen. Es gibt in Attendorn Ecken, meistens Mehrfamilienhäuser, in denen man so ganz anders lebt als die Mehrheit der Bevölkerung. In denen Armut, Arbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit eine große Rolle spielen. Die Menschen dort sind wirtschaftlich wie sozial, kulturell wie politisch vom gesellschaftlichen Leben abgeschnitten. Auch wenn man als Politiker, egal welcher Couleur, hier das Gespräch sucht, bekommt man im wahrsten Sinne des Wortes keinen Fuß in die Tür. Man kann sicher davon ausgehen, dass in solchen Häusern, genau wie in sozial schwächeren Stadtteilen von Großstädten, die Wahlbeteiligung erschreckend niedrig ist. Ein für eine Demokratie unerträglicher Zustand!

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Damit sollten wir uns in unserer Stadt nicht zufrieden geben. Das Motto „Wir sind Attendorn“ beinhaltet, dass wir daran arbeiten müssen, jedem Menschen Teilhabe in unserer Stadt zu ermöglichen. Natürlich müssen die großen gesellschaftlichen Probleme unseres Landes primär auf Bundes- oder Landesebene zu lösen. Aber auch in unserer Stadt können wir einiges tun.

Beispielsweise bietet ein differenziertes Betreuungs- und Ganztagsangebot mit nach sozialen Gesichtspunkten gestaffelten Beiträgen die Möglichkeit, wenigstens unter Kindern mehr Chancengerechtigkeit herzustellen. Das müssen wir vor Ort weiter ausbauen. Wir müssen alle Akteure, die Jugend- oder Sozialarbeit machen, in ihrem Engagement unterstützen. Die Anlaufstelle für solche Träger in einer Wohnung in den so genannten „Schlichthäusern“ an der Kölner Straße, in der verschiedenen Beratungs- und Hilfsangebote gebündelt werden, sind dafür ebenfalls ein vorbildlicher Ansatz.

k-Gespräch mit Dr. Grote

Heute hatte ich Gelegenheit mit dem evangelischen Pfarrer Dr. Grote zu sprechen. Die evangelische Gemeinde zeigt ein herausragendes sozialdiakonisches Engagement mit der Organisation der Attendorner Tafel – die von erschreckend vielen Attendornern in Anspruch genommen werden muss – und vielen zusätzlichen Angeboten wie Arbeitslosencafé oder Kleiderkammer. Ein solches Engagement und auch weitergehende Pläne der evangelischen Gemeinde würde ich gern als Bürgermeister unterstützen, genau wie die ebenso engagierte Arbeit von Caritas, AWO und vielen anderen.

Dr. Grote erwähnte, dass gerade die Tafel auf Spender aus der Attendorner Wirtschaft bauen kann. Das zeigt neben vielen anderen Beispielen den Bürgersinn der Attendorner. Diesen gilt es zu nutzen, um das „Wir“ in „Wir sind Attendorn“ mit Leben zu füllen.

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