Nein zu Straßensperrungen, Ja zur Einbahnstraße

25. September 2014

Ennester Straße Frühstück

Gestern debattierte der Stadtrat über die Verkehrsführung in Attendorn. Seit Anfang Juli läuft eine einjährige Probephase für verschiedene Verkehrsmaßnahmen. Hauptziel ist es, den Verkehr in der Innenstadt, vor allem in der Ennester und Niedersten Straße zu reduzieren.

Seither ist viel über Vor- und Nachteile der Maßnahmen diskutiert worden. Vor allem haben die Sperrungen von Straßen in Ennest und im Schwalbenohl die Gemüter erhitzt, weil durch diese Sperrungen Nebenstraßen stärker belastet und längere Umfahrungen nötig wurden. Ich habe wie die Mehrheit des Rates (SPD, UWG und einzelne Stadtverordnete der CDU) dem Antrag zugestimmt, diese Sperrungen aufzuheben. Nach meiner Einschätzung sind die Nachteile, die wir den Anwohnern in den Wohngebieten „auf dem Berg“ zumuten, größer als die Entlastungswirkung, die von diesen Sperrungen für die Innenstadt oder die gesperrten Bereiche selbst ausgeht.

Der Vorwurf einer CDU-Stadtverordneten  gestern, meine Positionierung sei „rückgratlos“ gewesen, geht schon deshalb fehl, weil ich schon 2011 im Stadtrat gegen die Einführung der Sperrungen gestimmt habe. Denn schon damals war eine Verdrängung des Verkehrs in die Nebenstraßen absehbar.

Die Einbahnstraße in der Niedersten und Ennester Straße hat nach ersten Messungen den Verkehr in der Innenstadt wirkungsvoll reduziert, ja fast halbiert. Dadurch und auch durch die verbreiterten Gehwege haben die Straßen an Aufenthaltsqualität gewonnen. Zwar sind die verbreiterten Gehwege bisher keine Schönheit. Aber dies ist während der Probephase nicht anders möglich; ein Umbau muss natürlich folgen. Allein das Straßenfrühstück der Händler in der Ennester Straße beim Stadtfest hat gezeigt, welches Potenzial in diesen Straßen liegt (siehe Foto). Wir müssen deshalb weiter daran arbeiten, diese Straßen attraktiver zu gestalten. Insofern war ich froh, dass niemand im Stadtrat den zumindest einjährigen Einrichtungsverkehr infrage gestellt hat.

Ich hätte es konsequent gefunden, die Einbahnstraße gestern bis zum Niedersten Tor zu verlängern, wie es ein Antrag der CDU vorsah. Dann hätten auch in der Niedersten Straße provisorisch Gehwege verbreitert und Kurzzeitparkplätze (die Niederste Straße ist im Gegensatz zur Ennester Straße breit genug dafür) angelegt werden können.Ein wichtiger Nebeneffekt wäre gewesen, dass damit endlich der Schleichweg über den Kleinen Graben zum Niedersten Tor versperrt gewesen wäre. Die Mehrheit aus SPD und UWG entschied sich allerdings dafür, den Kleinen Graben durch Poller abzusperren und die Einbahnstraße in der bisherigen Länge zu belassen.

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Kurzum: Wir sollten die Probephase wirkungsvoll nutzen. Wenn wir es während der Probephase nicht ohne die Sperrungen in Ennest und im Schwalbenohl probieren, belasten wir die Anwohner dort, ohne zu wissen, ob die Sperrungen überhaupt nötig sind. Ebenso wissen wir am Ende nicht, ob die Einbahnstraße besser am Niedersten Tor oder erst bei der Post beginnen sollte, wenn wir nicht beides während der Probephase testen.

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