krankenhaus attendorn

Heute abend fand im Krankenhaus eine Informationsveranstaltung statt, bei der die Helios-Kliniken über ihre Unternehmensphilosophie und ihre Pläne am Standort Attendorn berichteten. Viele Attendorner waren der Einladung gefolgt. Damit bewiesen sie, wie wichtig der Fortbestand unseres Krankenhauses für unsere Stadt ist.

Vorweg die aus meiner Sicht beste Nachricht des Abends: Die Vertreter von Helios haben unisono betont, dass sie nicht an eine Schließung, sondern an eine Stärkung der Attendorner Helios-Klinik denken und Investitionen in diesen Standort planen.

Ich möchte an dieser Stelle kurz das Statement wiederholen (zumindest sinngemäß), das ich dort aus Sicht der Stadt abgegeben habe.

„Zunächst möchte ich den Vertretern von Helios danken, dass sie hier zu ihren Plänen Rede und Antwort stehen. Das schafft Transparenz über ihr Handeln und hilft, in einen Dialog zwischen der Attendorner Bevölkerung und den Verantwortlichen über die Zukunft der Klinik zu treten. Allen Beteiligten und auch der Stadt ist es sehr wichtig, dass das Krankenhaus erhalten bleibt, weil es nur so eine umfassende medizinische Versorgung in unserer Stadt gibt.

Erlauben Sie mir einen kurzen Blick in die Geschichte. Im Jahr 1998 verkaufte die Stadt Attendorn das bis dahin städtische Krankenhaus zu 100 Prozent. Damit hat die Stadt Attendorn keinen Einfluss mehr auf die Geschäftsführung. Wer aber sein Krankenhaus zu 100 Prozent verkauft, der darf nicht vom neuen Eigentümer erwarten, dass dieser das Krankenhaus dauerhaft mit Verlusten führt. [Anmerkung: An dieser Stelle könnte man die Systemfrage stellen, aber das hilft im aktuellen Fall nicht weiter.] Dass es zu Entlassungen kommt, tut mir sehr leid. Wir müssen aber die unternehmerischen Entscheidungen von Helios akzeptieren, auch wenn die angekündigten Entlassungen sehr schmerzhaft sind. Ich hoffe, dass die Maßnahmen den Beschäftigten, vor allem den Auzubildenden gegenüber, möglichst behutsam umgesetzt werden.

Jetzt darf eins nicht passieren. Es darf keine Abwärtsspirale geben nach dem Prinzip, dass das Krankenhaus negative Schlagzeilen produziert, dass dann die Patienten ausbleiben, daraufhin die Geschäftsführung zu weiteren Sparmaßnahmen greift, die wiederum Negativschlagzeilen produzieren usw.

Damit es nicht dazu kommt, müssen alle mit anpacken. Ich wünsche mir, dass die Verantwortlichen von Helios die Bedeutung des Hauses für die Stadt erkennen, sich zu diesem Standort bekennen und ihn durch Investitionen sichern. Ich biete an, dass die Stadt, obwohl sie keinen Einfluss mehr auf die Geschäftsführung hat, mit ins Rad greift, indem sie unterstützt, berät und ein Netzwerk zwischen dem Krankenhaus, den niedergelassenen Ärzten, der Bevölkerung und der Stadt knüpft. Ich wünsche mir, dass auch die Bürger ihren Beitrag leisten. Stellen Sie sich hinter unser Krankenhaus! Sie müssen nicht gleich krank werden. Aber wenn sie es sind, lassen sie sich hier behandeln! Wenn sie aber gesund sind, können sie anderen davon erzählen, welche Bedeutung das Haus für unsere Stadt hat, und dass hier gute Arbeit geleistet wird.“

Die anschließende Präsentation der Fachabteilungen und der Qualitätskannzahlen des Krankenhauses hat diesen letzten Satz bestätigt. Ich hoffe, alle Beteiligten merken, dass sie im selben Boot sitzen, und meistern diese schwierige Situation gemeinsam.

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