Galaabend Neu-Listernohl

Am vergangenen Samstag war ich in Neu-Listernohl zu Gast. Ich durfte die Schirmherrschaft für den Galaabend anlässlich des 50-jährigen Dorfjubiläums übernehmen. Denn 1965, das Jahr der Einstauung der Biggetalsperre, gilt auch als Geburtsjahr des Dorfes Neu-Listernohl, das das in den Fluten versunkene „Alt“-Listernohl ersetzte.

Aus heutiger Sicht war die Umsiedlung  eine folgenschwere, für die Dorfbevölkerung mit dem Verlust der lieb gewonnenen Heimat verbundene Entscheidung, aber letztlich doch erfolgreich. Neu-Listernohl wurde zu einem „Modelldorf“ mit einer guten Infrastruktur. Die Dorfvereine und die Dorfgemeinschaft blieben intakt. Der Tourismus in dem Dorf neben dem Biggedamm florierte. 1983 wurde diese Entwicklung mit dem Titel „Golddorf“ beim Landeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ gekrönt.

Aber auch Neu-Listernohl bleibt nicht von den Problemen verschont, vor denen viele unserer Dörfer stehen: Der demographische Wandel mit seiner Kinderarmut und schwächelnden Grundschulen; schwindender Gemeinschaftssinn und die Schwierigkeiten, ehrenamtlich tätige Menschen zu finden; das Sterben von Kneipen und Läden.

Doch die Listernohler haben in den letzten Jahren die Ärmel hochgekrempelt und gehen die Probleme aktiv an. Rüstige Rentner pflegen den Marktplatz und die Grünanlagen. Zugezogene erhalten Besuch und Informationen von sogenannten Dorfboten. Auf dem Augustinusplatz finden viele verschiedene Veranstaltungen wie der Ostermarkt, ein Oktoberfest und der Weihnachtsmarkt statt. In einem neuen Dorfverein werden alle Aktivitäten gebündelt und geregelt. Auch an der LEADER-Bewerbung der Region „Biggeland“ haben sich einige Listernohler sehr engagiert beteiligt. Die zahlreichen örtlichen Vereine gaben schon zu Beginn des Galaabends ein imposantes Bild ab.

Und so stellen die Listernohler heute unter Beweis, was auch beim Verlassen des alten Dorfes gegolten hat: Man kann Herausforderungen als Chance nutzen. Weiter so! So hat das Dorf Neu-Listernohl, wie es Samstag am Bühnenhintergrund stand, wirklich Zukunft.

Feiern können sie übrigens auch. So habe ich am Samstag einen schönen „bunten Abend“ im Kreis vieler ehemaliger Mannschaftskameraden erlebt, die ich aus zehn Jahren aktiven Balltretens für den SCL bzw. LWL kenne.

Am Rednerpult in Neu-Listernohl

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