Windkraft – Den Ausbau möglichst verträglich gestalten

10. Juli 2015

Windrad

Die Energiewende und der Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien ist auf Bundesebene beschlossen worden. In der Stadt Attendorn entscheiden wir nicht über das „Ob“ der Windkraft, sondern über das „Wie“. Ziel unseres Handelns ist es also nicht, Entscheidungen für oder gegen die Windkraft zu treffen, sondern den von oberen politischen Ebenen gewollten Ausbau so verträglich wie möglich für unsere Region zu gestalten. Es ist nicht das Ziel, die Windkraft in Attendorn schneller oder stärker auszubauen als in anderen Kommunen in Südwestfalen.

Rechtlich sind wir als Kommune gehalten, der Windkraft auf unserem Stadtgebiet „substantiell“, d.h. ausreichend Raum einzuräumen. Und nicht nur das: Nur wenn wir Konzentrationszonen für die Windkraft ausweisen, erreichen wir es, dass im übrigen Stadtgebiet keine Windräder errichtet werden dürfen. Im Klartext: Nur dann gibt es keinen „Wildwuchs“ von Windrädern. Vor diesem Hintergrund hat der Stadt die Aufstellung eines Teilflächennutzungsplanes für die Windenergie beschlossen. Derzeit wird das gesamte Stadtgebiet nach einheitlichen Kriterien untersucht, um festzustellen, welche Standorte für die Windkraft bei möglichst minimalen Auswirkungen auf Mensch und Natur infrage kommen.

Außerdem hat die Stadt Attendorn sich gemeinsam mit der Volksbank Bigge Lenne und der Bigge Energie auf den Weg gemacht, Voraussetzungen für die Gründung eines Bürgerwindparks zu schaffen. In einem Bürgerwindpark sollen die Bürger die Möglichkeit haben, selbst Anteilseigner von Windrädern in ihrer Region zu werden. Dieses Modell ist aus meiner Sicht am besten geeignet, Einflussmöglichkeiten der Stadt bzw. der Bürger auf den Ausbau der Windenergie zu sichern. Denn neben Ansprechpartnern bleibt auch die Wertschöpfung vor Ort. Das Gegenteil dazu ist der „Projektierer-Windpark“. Dabei werden Windparks von Projektierern „hochgezogen“ und anschließend verkauft. Wenn die Anteileigner merken, dass die versprochenen Renditen nicht eintreffen (bzw. die Grundstückseigentümer merken, dass die versprochenen Pachten nicht bezahlt werden können), sind die Projektierer meist schon wieder über alle Berge.

Standorte für Windenergieanlagen liegen noch nicht fest, ebenso wenig wie deren spätere Anzahl. Mitarbeiter der Stadt werden in den Sommerferien zunächst in den Ortschaften, die von Potentialflächen im Regionalplanentwurf der Bezirksregierung betroffen waren, in Bürgerversammlungen über das Planungsverfahren informieren. Damit wollen wir Sie, liebe Bürgerinnen und Bürger, in den Planungsprozess einbeziehen und ihre Anregungen und Sorgen aufnehmen. Der Ausbau der Windkraft in Attendorn soll verantwortungsvoll gestaltet werden. Unverantwortlich wäre es aber, sich rechtlichen Realitäten zu verweigern, eigene Planungsspielräume nicht auszuschöpfen und sich von der Entwicklung überrollen zu lassen.

Deshalb bin ich froh, dass wir unsere bisherigen Beschlüsse über die Aufstellung des Teilflächennutzungsplanes sowie die Vorbereitung eines Bürgerwindparks im Rat mit einstimmigen Beschlüssen gefasst haben. Die Fraktionen im Attendorner Rat zeigen damit ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein.

Die Stadt Attendorn hat eine ausführliche Stellungnahme zum Thema Windkraft herausgegeben. Diese kann unter dem Link

http://attendorn.de/Quicknavigation/Start/Bestm%C3%B6gliche-L%C3%B6sung-zum-Thema-Windkraft-finden.php?object=tx%7c2422.5&ModID=7&FID=2422.17146.1&NavID=2422.12

eingesehen werden.

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