Große Herausforderung, große Hilfsbereitschaft

10. September 2015

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An dieser Stelle möchte ich einfach mal „Danke“ sagen. Ich bedanke mich auf das Herzlichste bei allen Attendornern, die sich um die Flüchtlinge kümmern, die in unsere Stadt kommen. Egal ob sie über ihre Vereine, kirchliche Gruppen, Parteien, Wohlfahrtsverbände, Institutionen (im Bild ein Projekt des Jugendzentrums) oder einfach als Einzelperson tätig werden: Sie leisten Menschen in Not dringend gebrauchte Hilfe, sie bahnen eine Integration in unsere Gesellschaft an und sie übernehmen Aufgaben, welche die Kommune gar nicht mehr allein schultern kann.

Ich bin stolz, dass eine Welle der Hilfsbereitschaft durch Attendorn geht. In unserer Stadt wird über die Hilfe für Flüchtlinge diskutiert, nicht darüber, wie wir sie wieder loswerden. Hier geht es schließlich um Menschen in Not und Verfolgung, die alles hinter sich lassen, um sich auf eine gefährliche Reise in eine ungewisse Zukunft machen. Ganz besonders möchte ich die Lichtringhauser Dorfgemeinschaft in dieses Lob einschließen. Es war gewiss nicht einfach zu akzeptieren, dass die ehemalige Grundschule mitten im Dorf eine Asylbewerberunterkunft wird. Welche Hilfsbereitschaft dann aber die örtlichen Vereinen, die Feuerwehr und die Dorfgemeinschaft insgesamt zeigten, finde ich überwältigend.

Ich möchte an dieser Stelle auch meinen Mitarbeitern danken, die außergewöhnlichen Einsatz bei der Bewältigung der aktuellen Herausforderungen zeigen. Man muss aber auch deutlich sagen, dass diese wachsende Herausforderung immer mehr personelle und finanzielle Ressourcen bindet. Die Zahl der Neuzuweisungen steigt und steigt, die Stadt ist ständig auf der Suche nach neuen Unterkünften. Waren im Sommer noch etwa 60 Asylbewerber in Attendorn, so sind es am 1. August 2015 167 und mittlerweile über 220. Dies zeigt, dass gerade in den letzten Wochen der Zustrom stark zugenommen hat. Im Klartext: Eigentlich brauchen wir jeden Monat eine Unterkunft von der Größe der Lichtringhauser Grundschule zusätzlich, wenn es so weiter geht.

Deshalb kann es nicht unendlich so weitergehen, wenn die Kommunen nicht überfordert werden sollen. Ja, wir müssen verfolgten Menschen Hilfe leisten. Aber ich bin der Auffassung, dass die Staaten des westlichen Balkans zu sicheren Drittstaaten erklärt werden müssen. Die Armutsmigration von dort ist zwar aus Sicht der Flüchtlinge verständlich, hat aber wenig mit dem Asylrecht zu tun und darf aber nicht auf Dauer zulasten der Kommunen gehen. Auch eine gerechtere Verteilung der Flüchtlinge in Europa ist dringend notwendig. Und letztlich müssen Bund und Länder den Kommunen konkrete Hilfe leisten. Bei Ankündigungen darf es nicht bleiben.

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