Realschule

So hieß es in einem Lied von „Fünf Sterne deluxe“. Und so hört man es auch oft in Attendorn. Unsere Stadt bietet zwar ein tolles Arbeitsplatzangebot, gute Schulen und eine herrliche Natur, aber gerade junge Menschen vermissen doch das ein oder andere Freizeitangebot. Für die Zukunft unserer Stadt, auch unserer Unternehmen, ist es aber wichtig, dass es gerade jungen Menschen hier so gut gefällt, dass sie sich vorstellen können, langfristig hierzubleiben. Aber was wollen die Jugendlichen eigentlich genau?

Dieser Frage sind meine Mitarbeiter Klaus Hesener, Frank Burghaus und ich nachgegangen. Nach den Herbstferien haben wir in allen weiterführenden Schulen der Stadt mit Schülern der Klasse 10 über Freizeitmöglichkeiten in Attendorn gesprochen. Zum einen, um zu hören, welche Wünsche die Jugendlichen haben, zum anderen aber auch, um für Verständnis für die Möglichkeiten der Stadt zu werben.

Die Diskussionen haben Spaß gemacht. Wir haben eine Menge Ideen mitgenommen und hoffen, dass wir zumindest einige davon umsetzen können. Deutlich geworden ist, dass die Jugendlichen mit der Jugendarbeit von Vereinen – hier vor allem von Sport- und Musikvereinen – ganz zufrieden sind. Defizite sehen sie eher im Bereich der kommerziellen Angebote. So wären ein Kino, Freizeitangebote wie Bowlen und Lasertag oder verschiedene Formen von Systemgastronomie (nicht nur Mc Donald´s) sehr gefragt. Während eine Disco im Sinne eines Lokals gar nicht mal so gefragt war, sind viele Jugendliche an regelmäßigen Musik- und Tanzveranstaltungen brennend interessiert. Allerdings waren die Geschmäcker in Bezug auf die Musikrichtung schon innerhalb einer Klasse sehr verschieden. Abgesehen davon wünschen sich die Jugendlichen mehr Plätze und Sportstätten, wo man sich einfach so treffen kann.

Dankbar bin ich für das Verständnis der Jugendlichen dafür, dass die Stadt darauf angewiesen ist, gerade für die kommerziellen Angebote Betreiber zu finden. Auch in Bezug auf den öffentlichen Nahverkehr hat die Stadt nur indirekten Einfluss. Von den Jugendlichen war zu hören, dass sie das vor gut einem Jahr eingeführt Schülerticket fleißig nutzen. Sie beklagen jedoch die schlechten Verbindungen gerade in den Abendstunden. Für eine besonders unterstützungswürdige Idee halte ich den Vorschlag einer Schülerin, im Sommer einen Bus zur Waldenburger Bucht einzusetzen.

Insgesamt gilt es Balance zu bewahren. Nicht Unmögliches versprechen, sich aber dennoch ernsthaft für ein verbessertes Freizeitangebot einsetzen. Das möchte ich tun. Übrigens ist eine gute Sache auf dem Weg. Im neuen Jahr wird es im früheren „Café Bäcker Becker“ in der Niedersten Straße endlich auch einen Jugendtreff in der Innenstadt geben. Und es besteht ja auch noch Hoffnung, dass wir das Konzert mit den Fanta 4 am Biggesee gemeinsam mit der Stadt Olpe doch noch hinbekommen.

 

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