Die Pendler, die jeden Morgen aus Richtung Olpe nach Attendorn einfahren, können ein Lied davon singen: Vor der derzeit nur einspurig befahrbaren Ihnebrücke bilden sich zur Stoßzeit Rückstaus bis hin zum Schnütgenhof. Und auch bevor es die Baustelle Ihnebrücke gab, wurde es immer voller auf der Straße, so dass es am Biggesee entlang oft nur im Schneckentempo geht. Der Verkehr wird auch in Zukunft nicht weniger. Neben der allgemein prognostizierten Zunahme des Verkehrs, wird die L 512 auch die maßgebliche Anbindung der neuen Industriegebiete Wiehtfeld (in Finnentrop) und Fernholte (in Attendorn) an die Autobahn sein.

Höchste Zeit also für das Land, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um einen optimalen Verkehrsfluss auf der L 512 zwischen Attendorn und Olpe zu gewährleisten. Das ist nicht nur für die Anbindung des Wirtschaftsstandortes Attendorn an die Autobahn wichtig, sondern auch für die der weiter nördliche gelegenen Kommunen Finnentrop, Plettenberg und Sundern.

Kurzfristig sollte alles dafür getan werden, damit die Ihnebrücke wieder zweispurig befahren werden kann und das dortige Nadelöhr entfällt. Ich habe mich über die Ankündigung des Landesbetriebs Straßen NRW gefreut, dass es im November endlich mit den Bauarbeiten für das benötigte Stützgerüst unterhalb der Brücke losgehen soll.

Zu begrüßen ist auch die Planung des Landesbetriebs, an der Kreuzung an der Ihnebrücke mittelfristig einen Turbokreisel zu bauen, der den Verkehr dort besser abwickeln könnte. Außerdem hat die Stadt Attendorn angeregt, von der Ihnebrücke bis zur Einmündung der Kölner Straße auch stadteinwärts eine zweite Spur zu bauen, damit in Zukunft keine längeren Rückstaus auf diesem Teilstück entstehen.

Langfristig halte ich aber auch den teilweise dreispurigen Ausbau der L 512 zwischen Neu-Listernohl und Olpe für unverzichtbar. Angesichts der Zunahme gerade des LKW-Verkehrs bietet sich dadurch die Chance, den Verkehr zu entzerren, Fahrzeiten zu verringern und gefährliche (verbotene) Überholmanöver zu verhindern. Natürlich kann die L 512 kaum durchgängig dreispurig ausgebaut werden, schon allein wegen der Brücken. Aber an geeigneten Stellen, beispielsweise zwischen dem Kraghammer Sattel und dem Schnüttgenhof, sollte eine dritte Spur gebaut werden. Wenn an der letztgenannten Stelle die Straße saniert werden muss, wäre es geradezu fahrlässig, diese Chance nicht zum Bau einer dritten Spur zu nutzen.

Zwar kommt ein neues Gutachten der Uni Siegen zu dem Schluss, ein dreispuriger Ausbau sei nicht sinnvoll. Die Argumente überzeugen mich aber nicht. Offensichtlich ist die touristische Bedeutung der Straße gegenüber ihrer allgemeinen wirtschaftlichen Bedeutung überbetont worden. Sicher gibt es auch Lösungen für die genannten Probleme wie die Einbindung von Parkplätzen oder die Lage von Parkplätzen. Und der Hinweis sei erlaubt: Derselbe Gutachter hat vor etwa zehn Jahren einen teilweise dreispurigen Ausbau noch befürwortet.

Es ist gut, dass im Ausschuss für Planung und Umwelt einstimmig beschlossen wurde, dass Attendorn in Gesprächen mit den zuständigen Stellen weiter auf einen teilweise dreispurigen Ausbau der L 512 drängen sollte. Erste Gespräche mit Vertretern von Nachbarkommunen und mit Unternehmern zeigen mir, dass wir mit dieser Haltung nicht allein stehen.

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