Höchstspannungsleitung: Gesundheitsschutz geht vor

26. März 2018

Die quer durch das Stadtgebiet verlaufende 220 kV-Hochspannungsleitung soll zu einer 380 kV-Höchstspannungsleitung ausgebaut werden. Attendorn ist von zwei Streckenabschnitten betroffen. Für den südlichen Abschnitt, der vom Bauhof über Biggen und durch das Repetal an Helden und Mecklinghausen vorbei verläuft, läuft derzeit das Planfeststellungsverfahren. Die Bezirksregierung Arnsberg entscheidet in diesem Verfahren über die Genehmigung des vom Leitungsbetreiber geplanten Ausbaus.

Nachdem bereits insbesondere viele Repetaler von ihrem Recht Gebrauch gemacht haben, Eingaben an die Bezirksregierung zu richten, hat am vergangenen auch der Attendorner Rat eine Stellungnahme beschlossen. Ich bin froh, dass der Rat einvernehmlich bei seiner Haltung geblieben ist, dem vorbeugenden Gesundheitsschutz der Anlieger oberste Priorität einzuräumen. Auch meines Erachtens muss der Leitungsbetreiber alle möglichen Maßnahmen betreiben, mit dem die von der Leitung ausgehenden Emissionen minimiert werden können.

Dies betrifft zum einen die Trassenführung. Bisher verläuft die Leitung zum Teil bisher direkt am Ortsrand von Helden entlang. Es ist zu begrüßen, dass der Leitungsbetreiber beantragt hat, durch die so genannte Bogenvariante einen deutlich größeren Abstand von der Wohnbebauung in Helden zu gewinnen. Der Rat hat aber auch noch einmal die so genannte Westumgehung ins Spiel gebracht. Es soll also noch einmal geprüft werden, ob die Leitung Helden nicht westlich von Helden entlang verlaufen könnte. Die Vorteile wären noch einmal größere Abstände zum Ort Helden und eine insgesamt kürzere Trasse für den Betreiber.

Es geht aber nicht nur um das Wo, sondern auch um das Wie. Die Stadt Attendorn bleibt bei ihrer Forderung, nach der die Leitung vorzugsweise als Erdverkabelung geführt werden soll. Sollte dies rechtlich nicht möglich sein und es weiterhin eine Freileitung geben, so fordert die Stadt Attendorn die Verwendung von Kompaktmasten auch im Siedlungsbereich im Repetal. Nach bisherigen Erkenntnissen der Stadt durch ein unabhängiges Fachinstitut ermöglichen Kompaktmasten eine kompaktere Anordnung der Leiterseile und dadurch eine Reduzierung der Immissionen im Vergleich zu den bisherigen Stahlgittermasten. (siehe Foto, Quelle: Westfalenpost) Mir ist es nicht einleuchtend, warum uns in Deutschland das Know how für Kompaktleitungen fehlen soll, während diese im benachbarten Ausland längst Standard sind.

Der Ausbau der Stromautobahnen gerade von Nord- nach Süddeutschland ist wichtig, um in Deutschland in Zukunft eine sichere Energieversorgung zu gewährleisten. Der Ausbau darf aber nicht auf dem Rücken der Anwohner erfolgen. Deshalb darf es hier kein „haben wir immer schon so gemacht“ geben. Nein, es müssen alle heutigen Möglichkeiten ausgeschöpft werden, die Belastungen für das Landschaftsbild und vor allem den Menschen erträglich zu halten.

Das Planfeststellungverfahren für den nördlichen Abschnitt, der vom Bauhof zwischen Attendorn und Ennest her nach Norden verläuft und bei Neuenhof das Stadtgebiet verlässt, soll in der zweiten Jahreshälfte beginnen.

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