Bundesverdienstkreuz für Hartmut Hosenfeld

06. August 2021

Im Bild v.r.: Wolfgang Dröpper, der Hartmut Hosenfeld für das Bundesverdienstkreuz vorgeschlagen hat, Hartmut Hosenfeld, Landrat Theo Melcher und ich.

Gestern bekam Hartmut Hosenfeld von Landrat Melcher das Bundesverdienstkreuz verliehen. Diese Auszeichnung ist selten verdienter vergeben worden. Damit wurde das jahrzehntelange Engagement von Hartmut Hosenfeld für die Aufarbeitung der jüdischen Geschichte Attendorns und besonders die Aufarbeitung der Verbrechen an den Attendorner Juden in der Nazi-Diktatur gewürdigt. Ich habe mich sehr gefreut, Hartmut Hosenfeld im Namen der Hansestadt Attendorn gratulieren zu dürfen.

Im Jahr 2018 wurde auf seine Initiative hin auf dem Jüdischen Friedhof eine Gedenkstele für die unbestatteten Attendorner Juden, die im Holocaust ermordet worden waren, aufgestellt. Die begleitende Veranstaltungsreihe „Shalom Attendorn 2018“, die er und Tom Kleine organisiert hatten, war ein Musterbeispiel für eine lebendige Erinnerungskultur, die sich auch mit der jüdischen Religion, Kultur, Musik etc. befasst. Zum emotionalen Höhepunkt geriet aber die Aufstellung der Stele selbst. Dazu waren fast 50(!) Nachfahren der Familie Ursell aus vier Kontinenten angereist, die Hartmut Hosenfeld noch auf dem Friedhof symbolisch in ihre Familie aufnahmen.

Hartmut Hosenfeld und Phil Ursell bei der Einweihung der Gedenkstele im November 2018.

Ein Familienmitglied äußerte dabei, dass Hartmut Hosenfeld mehr über seine Familie wisse, als er selbst. Damit kam zum Ausdruck, wie tief sich Hartmut Hosenfeld über Jahrzehnte in die Geschichte der jüdischen Familien Attendorns eingearbeitet hat. Dies ist ein gelungenes Beispiel dafür, was Menschen bewegen können, wenn sie sich von Verantwortungsgefühl und Gerechtigkeitssinn leiten lassen. Und dies macht er übrigens nicht, weil er selbst Jude wäre, sondern einfach, weil er sich für andere Menschen engagiert. Hartmut Hosenfeld hat dazu beigetragen, dass der Holocaust in Attendorn aufgearbeitet und seinen Opfern ein Gesicht gegeben wird. Das ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass unsere Gesellschaft ein menschliches Antlitz erhält und solche Verbrechen nie wieder begangen werden.

Spätestens seit 2018 hält die Initiative „Jüdisch in Attendorn“ die Erinnerungskultur an das Jüdische Erbe wach. Um das Thema nachhaltig in der Stadt zu verankern, wünschte sich Hartmut Hosenfeld gestern in seiner Dankesrede Raum für eine Dauerausstellung zu diesem Thema in Attendorn. Diesem Wunsch schließe ich mich uneingeschränkt an. Die Suche nach passenden Räumlichkeiten ist bereits angestoßen worden.

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