Entwarnung: Attendorn wird doch nicht autofrei. Aber attraktiver.

04. April 2016

Feuerteich demnächst

Nach der brillanten Ente der Attendorner Geschichten vom ersten April kann ich heute Entwarnung geben: Attendorn wird doch nicht autofrei.

Brillant war daran, dass die Pseudo-Nachricht scheinbar gar nicht so weit weg von der Realität war, aber schön satirisch überzeichnet. Mit anderen Worten: Man könnte es fast glauben.

Tatsächlich sind Parkplätze in der nördlichen Innenstadt, rund um den Feuerteich knapp, und jetzt werden auch die Verkehrsbeziehungen durch den Bau des Kreisverkehrs beeinträchtigt. Wenn der Kreisel im Sommer fertig wird, soll anschließend auch noch die Ennester, dann die Niederste Straße umgebaut werden.

Dies dient aber nicht zur Beschäftigung des Bauamtes sowie diverser Tiefbauunternehmen. Vielmehr sollen mit diesen umfangreichen Baumaßnahmen die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, diesen Bereich der Stadt entscheidend besser und attraktiver zu gestalten. Im Einzelnen sind die Ziele:

  • Am Feuerteich stehen nachher fast doppelt so viele Parkplätze zur Verfügung wie bisher.
  • Der Westwall soll attraktiver und grüner, fast parkähnlich gestaltet werden – Bäume kommen dort natürlich auch wieder hin. Weil dort die Parkplätze und auch der Schülerbringverkehr entfallen, wird der Fußweg für die Schüler erheblich sicherer.
  • Die Verkehrsbeziehungen am Ennester Tor werden durch den Kreisverkehr besser geregelt, das Oberdeck des Kreisverkehrs zusätzlich angebunden.
  • An den Einmündungen vom Kleinen Graben und Seewerngraben entstehen zusätzliche kleine Plätze, die mit Sitzmöglichkeiten zum Verweilen einladen sollen.
  • An der Ennester Straße sind im Sommer 2014 die Gehwege provisorisch verbreitert worden. Ab Sommer soll die Ennester Straße dauerhaft umgebaut werden: Barrierefrei, mit breiten Gehwegen und weniger Asphaltgrau als bisher.

Ennester Straße Animation II

Das alles geht natürlich weder über Nacht noch ohne Beeinträchtigung von Anwohnern und Händlern. Deren Sorgen sind ernstzunehmen, da gilt es zuzuhören und im Rahmen des Möglichen zu helfen. Wir sollten aber keine Angst vor der eigenen Courage haben. Jetzt, wo der Stadtumbau wirklich losgeht, sollten wir nicht alles in Frage stellen, was wir in einem langen Planungsprozess erarbeitet haben. Wer wirklich davon überzeugt ist, dass Attendorn Veränderungen nötig hat, muss auch die unangenehmen Nebenwirkungen der Baustellen in Kauf nehmen.

Und Veränderungen sind nötig. Nur noch mal zur Erinnerung: Vor Einführung der Einbahnstraße im Sommer 2014 wies der Bereich folgende Defizite auf:

  • In der Ennester Straße waren die Gehwege so schmal, dass man als Fußgänger kaum durchkam, und mit Rollstuhl oder Kinderwagen zum Teil auf die Fahrbahn ausweichen musste.
  • Die Ennester Straße wurde von über 12.000 Fahrzeugen am Tag befahren. Aufenthaltsqualität: Sehr gering.

Ennester Straße derwesten

  • Am Ennester Tor fiel es schwer, sich in die verschiedenen Verkehrsströme einzuordnen. Es kam zu gefährlichen Situationen und längeren Rückstaus.
  • Eine einheitliche  und klare Parkraumbewirtschaftung gab es nicht. Freie Parkplätze am Feuerteich und viel Parksuchverkehr in den Gassen.

Ich bin mir sicher, dass die Ennester Straße als Geschäftsstraße von den aktuellen Baumaßnahmen langfristig profitieren wird. So wie die ganze Stadt von der Umsetzung des Innenstadtentwicklungskonzeptes langfristig profitiert. Deshalb sollten wir uns von unserem Weg nicht abbringen lassen. Oder wie ein großer englischer Premierminister mal sagte: „Keep calm and carry on“!

Und übrigens: Attendorn soll auch in Zukunft nicht autofrei werden. Auch wenn an einzelnen Stellen, zum Beispiel auf einer Hälfte des Klosterplatzes, der dafür als Platz aufgewertet werden soll, wie es in den Workshops von vielen Bürgern gewünscht wurde, zwar Parkplätze entfallen: Auch in Zukunft werden innerhalb der Wälle zahlreiche Parkplätze zur Verfügung stehen. Die Grundregel für ein vernünftiges Parkkonzept in Attendorn muss aber sein, dass an den Toren zur Innenstadt (wie z.B. am Feuerteich, aber auch an den anderen drei „Porten“) ein größeres und attraktiveres Angebot von Parkplätzen zur Verfügung steht und die Fahrt ins Gassengewirr der Innenstadt unnötig wird.

 

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